Robert Parker - Wine Advocate

Alle Robert Parker - Wine Advocate Bewertungen

Die Weine des Weinguts Martin Müllen haben vom internationalen Weinkritiker Robert Parker durchweg hohe Bewertungen erhalten. Die Kritiken heben die Klarheit, den Charakter und den unverwechselbaren Stil unserer Mosel-Rieslinge hervor.
Hier finden Sie eine Sammlung der Kritiken der letzten Jahrgänge, sowie einige Artikel, die über unser Weingut seitens Robert Parker veröffentlicht wurden.
  • Jahrgang 2025

    Nr. 3772 | 2025 Trabener Würzgarten Riesling Kabinett
    Robert Parker Points: 93+

    “Der 2025 Trabener Würzgarten Riesling Kabinett ist kristallklar, intensiv und aromatisch in der komplexen Nase, die reife Frucht mit kühl wirkenden, tonig-schieferigen Aromen zeigt. Mit 82 Grad Oechsle am 24. September gelesen, ist dies ein großzügig üppiger, zugleich präziser und kristalliner Kabinett mit mundwässerndem Griff und Schiefersalzigkeit. Ich empfehle, den Wein mindestens fünf Jahre im Keller zu lagern, auch wenn man ihn bereits in diesem frühen Stadium genießen kann. Dies ist Wein Nr. 3772, abgefüllt mit angegebenen 8% Alkohol. Naturkork. Im März 2026 auf dem Weingut verkostet.”


    Nr. 3771 | 2025 Riesling Kabinett
    Robert Parker Points: 93

    “Überwiegend aus der Kröver Kirchlay mit einem winzigen Anteil aus dem Trabener Würzgarten stammend, ist der 2025 Mosel Riesling Kabinett wunderschön offenherzig, zugleich rein und raffiniert, mit einer reduktiven und dank der späten Lese am 17. Oktober dennoch aromatischen Nase. Rund, weit und kristallin am Gaumen, ist dies ein bemerkenswert finessenreicher, leichter, aber zugleich üppiger und sinnlicher Kabinett, der auf reifer, aromatischer Frucht basiert und einen unwiderstehlich aromatischen und salinen Charakter zeigt. Er ist großartig. Dies ist Wein Nr. 3771, abgefüllt mit angegebenen 8,5% Alkohol und 28 Gramm pro Liter Restzucker. Schraubverschluss. Im März 2026 auf dem Weingut verkostet.”

  • Jahrgang 2024
  • Jahrgang 2023
  • Jahrgang 2022
  • Jahrgang 2021
  • Jahrgang 2019
  • Ein Artikel aus Robert Parker Wine Advocate über das Weingut Martin Müllen | Veröffentlicht am 28. Mai 2026

    Einige Jahre nach meinem letzten Besuch bei Martin und Susanne Müllen und ihrem Sohn Jonas stand im März auf ihrem fünf Hektar großen Weingut eine breite Auswahl an Weinen verschiedener Jahrgänge zur Verkostung bereit. Darunter befanden sich lediglich zwei Weine aus dem Jahrgang 2025 – beides exquisite Riesling Kabinette. Für die übrigen Weine dieses Jahrgangs, der sich im Herbst aufgrund der Niederschläge als schwierig erwiesen hatte, war es noch zu früh. Weitere fruchtbetonte Prädikatsweine werden erst Ende Mai abgefüllt, die trockenen Rieslinge sogar erst Ende Juli oder Anfang August.

    Erst Anfang Mai wurde eine 2023 Spätlese aus einer besonderen Parzelle der Kröver Kirchlay abgefüllt. Sie hatte zwei Jahre lang im Fass auf der Vollhefe gelegen und durfte anschließend noch mehrere Monate auf der Feinhefe im Edelstahltank ruhen. Müllen beschreibt sie als „außergewöhnlich reichhaltig, dicht und kraftvoll“ und überlegt derzeit noch, wie viele Sterne er ihr verleihen soll. Obwohl ich den Wein noch nicht verkostet habe, finden sich weiter unten – im vierten Absatz – nähere Einzelheiten zu dieser besonderen Parzelle.

    Ansonsten lag der Schwerpunkt der Verkostung auf den aktuellen 2024ern. Darunter befand sich allein aus der Kröver Letterlay ein beeindruckendes Quartett trockener Spätlesen, außerdem eine Spätlese aus dem Steffensberg. Hinzu kamen die großartigen edelsüßen 2023er mit faszinierenden Prädikatsweinen von der Auslese über die Beerenauslese – erneut aus der Letterlay – bis hin zu einer unglaublich konzentrierten Trockenbeerenauslese aus dem Hühnerberg.

    Auch einige 2022er und 2021er waren vertreten. Es handelt sich um zwei Jahrgänge, die in ihrer Entwicklung kaum unterschiedlicher hätten sein können, aufgrund ihrer moderaten Mostgewichte im Ergebnis jedoch vergleichbar sind. Die 2021er zeigen sich kühl und von rassiger Säure geprägt. Demgegenüber stehen die warmen und großzügigen, zugleich aber festen und strukturierten 2022er. Zu ihnen gehört auch ein einzigartiger Spätburgunder, der mehr als acht Wochen auf der Maische stand – ein Wein, wie man ihn nur an der Mosel finden kann.

    Im Jahr 2025 begann die Rieslinglese bereits sehr früh, am 24. September – zu einem Zeitpunkt, an dem viele Betriebe ihre Ernte schon beinahe abgeschlossen hatten. Die Spätburgunder hatte Müllen bereits am 12. und 16. September gelesen. Bei Müllen zog sich die Ernte bis zum 18. Oktober hin. Nur sonntags wurde nicht gelesen; ansonsten ließen sich Martin und Jonas nicht einmal vom Regen aufhalten.

    „Im Trabener Würzgarten haben wir teilweise sogar im Regen gelesen, weil nur die Laubwand nass war, die Trauben jedoch vergleichsweise trocken blieben. Die gefüllten Bütten haben wir natürlich abgedeckt. Der Saft, der sich in den Bütten gesammelt hatte, war dank der vollreifen Beeren süß. Sein Mostgewicht war sogar höher als das des frisch gepressten Mostes, der schließlich auch aus weniger reifen Trauben bestand“, erklärt Müllen. Trotz des Regens gab es daher keinerlei Anzeichen einer Verwässerung.

    Die im Minimalschnitt bewirtschaftete Nostel-Parzelle in der Kröver Kirchlay, aus der die bereits erwähnte 2023 Spätlese stammt, wurde als Letztes gelesen – selbstverständlich von Hand, wie sämtliche Trauben bei Müllen. Trotz niedrigerer Mostgewichte waren die Beeren bemerkenswert gesund, was für die Vorzüge dieser ungewöhnlich aussehenden Anlage spricht.

    Als die Parzelle 2016 angelegt wurde, sollte sie vor allem Arbeitszeit einsparen. Alle 60 Zentimeter steht ein Rebstock mit einem kahlen, zwei Meter hohen Stamm. Von dort hängen die Ruten und Triebe zu beiden Seiten des hoch gespannten Drahtes glockenförmig herab und beschatten die Trauben. Der Zeilenabstand ist mit 3,60 Metern großzügig bemessen, damit sich die „Laubdächer“ nicht miteinander verschlingen.

    „Bei diesem System verläuft die Reife der Trauben stets gemäßigt, und die Säure bleibt lebendig, weil es sehr viele Trauben mit winzigen Beeren gibt. Hinter jeder Traube befinden sich zahlreiche kleine, feste Blätter, die dennoch für eine ausreichende Fruchtreife sorgen“, sagt Müllen. „Die Trauben und Beeren sind klein und wie Johannisbeeren gestielt. Dadurch besitzen sie ein vollkommen anderes Verhältnis von Schale zu Saft als Beeren aus einer Drahtrahmenanlage.“ Auch die Zahl der Kerne ist geringer. Müllen erklärt weiter: „Aufgrund der Menge an Trauben sowie ihrer Stiele und Schalen ist der Presskuchen aus der Korbkelter doppelt so groß wie bei normalen Trauben.“

    Auch wenn diese Anlage vermutlich keinen Schönheitspreis gewinnen wird, ist sie wirkungsvoll. Während der Vegetationsperiode bleibt sie nämlich mehr oder weniger sich selbst überlassen. Lediglich auf den Pflanzenschutz kann nicht verzichtet werden. Dieser ist arbeitsintensiv und wird seit 2025 per Hubschrauber durchgeführt.

    Unter dem beinahe dschungelartigen Blätterdach reifen die Trauben spät und bleiben selbst in schwierigen Jahren gesund. Dabei schmecken sie unglaublich intensiv, frisch und würzig – sogar in einem regnerischen Jahr wie 2025. Der Nachteil besteht Müllen zufolge in den schwankenden Erträgen: „Wenn sie in einem Jahr gut ausfallen, muss man im nächsten mit niedrigen Erträgen rechnen.“

    Im Jahr 2025 machte Müllen noch eine weitere Beobachtung: „Je länger sich die Lese hinzog, desto mehr Saft verdunstete aus den Früchten – trotz des feuchten Wetters. Gegen Ende waren das schätzungsweise fünf bis zehn Prozent pro Tag“, berichtet Müllen. Gleichzeitig stiegen naturgemäß auch die Mostgewichte rasch an.

    Viele andere Winzer gingen nicht so weit. Als Mitte September der Regen einsetzte, waren die Trauben noch nicht reif genug, um bald gelesen zu werden. Doch selbst gegen Ende des Monats lagen die Mostgewichte lediglich bei moderaten 83 bis 85 Grad Oechsle. Vielen Winzern war das ausreichend, was sich vermutlich auch in der Qualität widerspiegeln wird. In guten Lagen und bei niedrigen Erträgen wurden bis Ende September jedoch auch Mostgewichte von 95 Grad Oechsle erreicht.

    Der Jahrgang 2024 brachte im April Frost in den in einem Seitental gelegenen Hühnerberg und führte dort zu niedrigen Erträgen. In den Kröver Weinbergen gab es dagegen keine Schäden. Die Lese fand vom 7. bis zum 30. Oktober statt. Lediglich die aufgrund des Frostes geringe Menge Spätburgunder wurde bereits am 21. September geerntet.

    „2024 war ein Jahrgang für Kabinett und Spätlese, weil wir nichts mit mehr als 100 Grad Oechsle lesen konnten“, sagt Müllen. „Die Mostgewichte blieben lange moderat und stiegen erst ab Mitte Oktober deutlich an – ebenso wie die innere Reife der Trauben.“

    Heute besitzen die 2024er Rieslinge eine unglaubliche Strahlkraft und erinnern an die großen Jahrgänge der 1980er- und 1990er-Jahre. Sie verfügen über eine wunderbar reife Säure und großes Reifepotenzial. In fünf bis sechs Jahren werden sich vermutlich alle auch in Müllens 2024er verlieben. Daher sollte man sich am besten schon heute einige Kisten davon sichern.

    Doch genau dieser Rat gilt ebenso für den Jahrgang 2023. Zumindest Liebhaber gehaltvollerer, süßer Rieslinge – von der Spätlese bis zur Trockenbeerenauslese – sollten hier nicht zögern. Allerdings gab es 2023 auch ein großes Problem: Essigfäule. Nach den Regenfällen im warmen August breitete sie sich schnell aus, besonders in den heißen, nach Westen ausgerichteten Weinbergen wie dem Paradies.

    „Dort hatten wir deutlich mehr Essigsäure als im Hühnerberg, obwohl die Trauben noch nicht einmal reif waren, was sehr ungewöhnlich ist“, sagt Müllen. „Daher haben wir schweren Herzens 95 Prozent der Trauben im Paradies aufgegeben und sind vergleichsweise früh in den Hühnerberg gewechselt. Dort konnten wir nach heißen Tagen und kühlen Nächten gesunde Trauben lesen, von denen ein Teil auf natürliche Weise eingetrocknet war.“

    Die Reife der Trauben im Hühnerberg ist stets hoch, obwohl der terrassierte Steilhang aufgrund seiner Lage in einem Seitental abends deutlich abkühlt. Genau das macht den Hühnerberg so besonders und zu einem einzigartigen Rieslingweinberg.

    Im Jahr 2022 bereitete Trockenstress entlang der Mosel Probleme, insbesondere in steinigen Weinbergen mit geringer Bodenauflage. Bei Martin Müllen war dies jedoch nicht der Fall. Er fährt nicht mit schweren Maschinen über den Boden und verdichtet ihn dadurch auch nicht so stark, dass er kein Wasser mehr aufnehmen kann. In der Umgebung hatten sich die Blätter dagegen häufig bereits im August gelb verfärbt.

    Im Hühnerberg mit seinen steinigen Böden blieb der Untergrund bis zum Frühjahr feucht, sodass sich der wilde Hafer üppig entwickeln konnte. Als das Wetter trocken wurde, verdorrte er, nahm eine strohgelbe Farbe an und legte sich auf den Boden. Auf diese Weise schützte er ihn vor Hitze und Trockenheit.

    Manchmal braucht man eben auch im Weinbau einfach ein wenig Glück.

    Stephan Reinhardt – Robert Parker Wine Advocate
    Veröffentlicht am 28. Mai 2026

  • Einige Zitate
  • Ein Artikel über die Jahrgänge 2018 und 2019 Veröffentlicht am 30. Oktober 2020
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